Dystonie und Botulinumtoxintherapie

Neurologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab

Dystonie und Botulinumtoxintherapie

Der Schwerpunkt unserer Sprechstunde besteht in der Diagnostik und Behandlung von:

Dystonien (Blepharospasmus, Hemispasmus fazialis, Oromandibuläre Dystonien, Torticollis, fokale und aktionsinduzierte Dystonien wie z.B. Schreibkrampf, dystoner Tremor, andere und seltener Dystonien)

Spastizität (nach Schlaganfall und bei anderen Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie z.B. Multipler Sklerose)

• Anderen Erkrankungen welche mit Botulinumtoxin behandelt werden können (Hyperhidrose, Pseudohypersalivation, ausgewählte Formen des essentiellen Tremors).

Neben der ausführlichen klinisch-neurologischen Untersuchung incl. Erhebung von speziellen Scores zur Diagnose und Verlaufsbeurteilung (motorische Funktion/Symptome, Spastizität, Bewegungsumfänge, Begleitsymptome, Neuropsychologie und Kognition, Stimmung, Lebensqualität) steht uns das gesamte Spektrum an relevanten Zusatzuntersuchungen zur Verfügung (Elektrophysiologie incl. speziellen Verfahren wie transkranieller Magnetstimulation und Tremoranalyse, Autonome Testung, Testung des Geruchssinns, Neuropsychologie, bildgebende Verfahren wie die Muskelsonographie, transcranielle Sonographie des Stammhirns und der Basalganglien sowie Kernspintomographie und nuklearmedizinische Verfahren zur Untersuchung des dopaminergen Systems wie β-CIT und IBZM-SPECT (in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuroradiologie und der Nuklearmedizin).

In der Behandlung von Dystonien und Spastizität haben unsere Mitarbeiter langjährige Erfahrung in der Anwendung von Botulinumtoxin incl. speziellen Stimulator-, EMG- oder Ultraschall-gesteuerten Injektionstechniken. Ggf. erfolgt auch eine Kombinationsbehandlung mit speziell wirksamen Medikamenten. In schweren bzw. generalisierten Fällen besteht die Möglichkeit zur Implantation einer Baclofen-Pumpe oder in Zusammenarbeit mit anderen Universitätsklinika auch die Implantation eines Gerätes zur tiefen Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“).

Um eine optimale Behandlung von Patienten mit Spastizität zu erreichen wurde von unserer Klinik außerdem ein Projekt zur interdiziplinären Therapie der Spastizität in Zusammenarbeit mit REHA-Einrichtungen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten ins Leben gerufen (Erlanger Modell der Spastizität – EMOS).

Des Weiteren sind wir an einer Reihe von klinischen Studien zur Therapie von Bewegungsstörungen beteiligt und beschäftigen uns von Seiten der Grundlagenforschung mit der Plastizität des motorischen Systems, der sensomotorischen Integration bei Bewegungsstörungen sowie der (v.a. ultraschallgestützten) Behandlung mit Botulinumtoxin. Hierbei werden vor allem elektrophysiologische (z.B. transkranielle Magnetstimulation) und bildgebende Verfahren eingesetzt.