Vaskuläre Neurologie

Neurologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab

Vaskuläre Neurologie

Die Behandlung akuter vaskulärer neurologischer Krankheitsbilder bildet einen Schwerpunkt der Neurologischen Klinik Erlangens.

Eine umfassende Betreuung von Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen ist nur durch ein Netzwerk möglich, das Abteilungen unserer Klinik in enger Zusammenarbeit mit Bereichen von Nachbardisziplinen verbindet.

In unserer Klinik wird die Versorgung eines neurovaskulär erkrankten Patienten gewährleistet unter Beteiligung der Stationen:

- Neurologische Notfallambulanz
- Schlaganfallstation
- Neurologische Intensivstation
- Ambulante vaskuläre Sprechstunde

 und des Weiteren in Zusammenarbeit mit den Kollegen:

- der Medizinischen Klinik 2
- der Neurochirurgischen Klinik
- der Gefäßchirurgischen Abteilung

Neurologische Notfallambulanz

In der neurologischen Notfallambulanz unserer Klinik findet die Behandlung jeder akuten neurologischen Erkrankungen statt, die einer sofortigen Diagnostik oder Therapie bedarf.

Unter den akuten Erkrankungen der Neurologie sticht der Schlaganfall besonders hervor - betrachtet man die schweren persönlichen Folgen für den Betroffenen und seine Angehörigen, die aufwendige und komplexe medizinische Betreuung und die große medizinisch-sozioökonomische Bedeutung.

So ist ein beträchtlicher Anteil der Patienten, die uns von den Rettungsdiensten zugewiesen werden, an einem ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfall erkrankt (etwa 21% in den vergangenen beiden Quartalen).

Für die Versorgung dieser Patienten ist die neurologische Notfallambulanz bestens ausgestattet. Sie ist zu jedem Zeitpunkt mit einem neurologisch und notfallmedizinisch erfahrenen Arzt und einem Pflegeteam mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung von Notfallpatienten besetzt.

Unsere Patienten werden in der Notfallambulanz kontinuierlich auch apparativ überwacht, wodurch so eine dauerhafte Kontrolle zum Beispiel des Blutdruckes, der Herzaktivität und des Sauerstoffgehaltes im Blut gewährleistet wird. Ebenfalls können hier intensivpflichtige, beatmete Patienten versorgt werden.
 Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße können bereits in der Notfallambulanz vorgenommen werden. Darüber hinaus stehen der Notfallambulanz sämtliche diagnostische Verfahren der neurologischen Klinik zur Verfügung.

Die enge räumliche Nachbarschaft und sehr gute Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neuroradiologie stellt Verfügbarkeit aller modernen Diagnose- und Interventionsverfahren rund um die Uhr sicher (Computertomographie, Kernspintomographie, Angiographie). Auch findet in der Notfallambulanz bei Bedarf die interdisziplinäre Behandlung des Patienten mit den Kollegen der Neurochirurgie, der Gefäßchirurgie oder der Kardiologie statt.

 Schon in der Notfallambulanz werden Patienten, die für die Behandlung geeignet sind, mit einer systemischen Thrombolysetherapie behandelt. Der Zeitraum bis zur Applikation des Medikamentes übersteigt bei einem komplikationsfreien Verlauf zehn Minuten nicht.

 Das ist besonders wichtig, da bei einem Schlaganfall jede Minute zählt. Je rascher das Gehirn wieder mit Sauerstoff und Substraten versorgt wird, desto geringer werden die Folgen ausfallen.

Schlaganfallstation (Stroke Unit) und Neurologische Wachstation (Intermediate Care Unit)

Die spezifische Aufgabe der Schlaganfallstation ist die optimale Behandlung von Schlaganfallpatienten nach geltenden Leitlinien.
Durch frühes Erkennen bestimmter Schlaganfallauslöser kann eine zielgerichtete Prophylaxe angesetzt werden, die das sonst mit etwa 10% innerhalb von zwei Wochen recht häufige Auftreten  neuer Schlaganfälle verhindert.
Weiterhin nimmt auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit neben der Akuttherapie, Sekundärprophylaxe und dem Risikofaktorenmanagement die frühe Rehabilitation einen zentralen Platz ein.
Ein weiterer kritischer Aspekt der Stroke Unit, aber auch der IMC ist die pflegerische Versorgung schwer betroffener neurologischer Patienten, die das Auftreten schwerer und häufiger Komplikationen verhindert.

Die Schlaganfallstation zeichnet sich durch ein engagiertes interdisziplinäres Team aus, das sich aus Pflegerinnen und Pflegern, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern und Ärzten zusammensetzt.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Neuroradiologie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie und Kardiologie können wir in unserem Zentrum alle anderen modernen Therapien des Schlaganfalls einsetzen, die in einem universitären Zentrum der Maximalversorgung heutzutage möglich sind.