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Neurologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab
Neurologie, Uni-Klinikum

Der Zeckenkrieg – Neuroborreliose oder Borrelienneurose

Bürgervorlesung am 24.10.2016 informiert über eine alltagsrelevante Erkrankung

Dass ein Zeckenstich schnell bemerkt und das ungewollte Tier zügig entfernt werden sollte, das wissen vor allem Naturfreunde, die oft draußen unterwegs sind. Nicht allen sind aber die genauen Risiken eines Zeckenstichs bekannt. Im Mittelpunkt steht hier die Borreliose, eine Infektionskrankheit, die durch bewegliche, spiralförmige Bakterien von der Zecke übertragen wird. Charakterisiert ist die Erkrankung durch verschiedene Stadien, die zu unterschiedlichen Symptomen führen können. Allerdings können diese Ausprägungen der Borreliose vielfältig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, sodass die eindeutige Diagnose oftmals erschwert ist. Selbst labortechnische Untersuchungen von Blutproben geben nicht immer verlässliche Antworten.

Wird ein Zeckenstich bemerkt, sollte das Tier zügig und ohne Rückstände aus der Haut entfernt werden, um die Übertragung des Erregers zu verhindern, die erst einige Stunden nach dem eigentlichen Stich stattfindet. Entdeckt der Betroffene einen kreisförmigen und sich vergrößernden roten Fleck um die Einstichstelle - die sogenannte Wanderröte - sollte ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel verschreibt dieser eine zweiwöchige Antibiotikatherapie, um die Infektion in den Griff zu bekommen. "Die Borreliose " erklärt Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, "ist eine in den Medien allgegenwärtige Erkrankung, die häufig mehr Fragen als Antworten aufwirft. Insbesondere über die Interpretation der Befunde gibt es unterschiedliche Auffassungen."

Die teilweise sehr emotional geführte Diskussion, manchmal auch als "Zeckenkrieg" bezeichnet, um die Zahl und die Schwere der Borreliosefälle in Deutschland, trägt bis heute nicht zur Aufklärung bei. "Daher ist es umso wichtiger, sich an klaren Kriterien und

Untersuchungsmethoden zu orientieren und Therapierichtlinien zu etablieren, an denen sich die Behandlung der Borreliose orientiert", sagt Prof. Schwab.

Einladung zur Bürgervorlesung

Über diesen Streit informieren am Montag, 24. Oktober 2016, Prof. Schwab und PD Dr. De-Hyung Lee, Oberarzt der Neurologie am Uni-Klinikum Erlangen, in ihrer Vorlesung im Rahmen der Bürgervortragsreihe. Die Veranstaltung beginnt um 18.15 Uhr im Rudolf-Wöhrl-Hörsaal, Östliche Stadtmauerstr. 11, in Erlangen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab
Telefon: 09131 85-34563
E-Mail: stefan.schwabatuk-erlangen.de

 

Veranstaltungskalender

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