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Neurologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab
Epilepsiezentrum, Neurologie, Uni-Klinikum

Immer im Bild: präzisere Epilepsie-Diagnose dank Video-EEG

Neue Video-EEG-Monitoring-Einheit im Epilepsiezentrum des Uni-Klinikums Erlangen präsentiert

Am heutigen Mittwoch (07.12.2016) stellte Prof. Dr. Hajo Hamer, Sprecher des Epilepsiezentrums der Neurologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab) des Universitätsklinikums Erlangen, die neue Video-EEG-Monitoring-Einheit des Epilepsiezentrums vor, die die diagnostischen Möglichkeiten bei epileptischen Anfällen und unklaren Bewusstseinsstörungen deutlich verbessert.
Prof. Hamer und die Medizinisch-technische Assistentin Jana Heyne überwachen die Bildschirme in der Leitstelle der Monitoring-Einheit des Epilepsiezentrums. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG) werden bei Patienten mit epileptischen Anfällen oder unklaren Bewusstseinsstörungen die Hirnströme über mehrere Tage oder Wochen abgeleitet und ausgewertet. Für eine präzise Diagnostik zeichnet beim Video-EEG-Monitoring gleichzeitig zur EEG-Ableitung eine Kamera das Verhalten des Patienten auf - etwa während eines epileptischen Anfalls. Die Video-EEG-Einheit bildet das Kernstück des Epilepsiezentrums des Uni-Klinikums Erlangen. Sie erlaubt es nicht nur, epileptische Aktivität nicht-invasiv mittels äußerlich aufgeklebter Elektroden zu messen und exakt zu charakterisieren, sondern mittlerweile auch invasiv - das heißt direkt am oder im Gehirn.

Signale einer einzelnen Nervenzelle

"Dank unseres völlig neuen Video-EEGs steht uns jetzt neben besseren Videos in HD-Qualität vor allem auch eine viel leistungsfähigere EEG-Aufzeichnung bis 1.000 Hertz zur Verfügung. Das neue System ist so präzise, dass wir sogar die Signale einer einzelnen Nervenzelle ableiten können", erklärt Prof. Hamer. Nicht alle Epilepsiepatienten werden durch Medikamente anfallsfrei. Bei 30 Prozent der Betroffenen sind eine weitere Abklärung und gegebenenfalls eine Operation nötig. "Die Kombination aus EEG und Bilddokumentation hilft uns, eine genaue Diagnose zu stellen und epileptische Anfälle von solchen abzugrenzen, die durch eine andere Erkrankung hervorgerufen werden", sagt Hajo Hamer. "Handelt es sich um eine Epilepsie, können wir in vielen Fällen den Anfallsherd mittels Video-EEG exakter lokalisieren und beschreiben. Auf Basis der Video-EEG-Daten können wir die medikamentöse Behandlung des Patienten anpassen oder auch einen epilepsiechirurgischen Eingriff planen." Patienten, die mittels Video-EEG "beobachtet" werden, können sich während der Aufzeichnungen in den Gruppen- und Schlafräumen des Epilepsiezentrums frei bewegen, was die umfangreichen Untersuchungen für sie angenehmer macht.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hajo Hamer
Telefon: 09131 85-39116
E-Mail: hajo.hameratuk-erlangen.de

 

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