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Neurologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab
Neurologie, Medizinische Fakultät, Uni-Klinikum

Preisgekrönte Arbeit über Hirnblutungen

Dr. Joji Kuramatsu erhielt für seine weltweit einzigartige Forschungsarbeit den Young Scientist Award 2016 des Kompetenznetzes Schlaganfall

Für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit im Bereich Klinische Schlaganfallforschung erhielt Dr. Joji Kuramatsu, Assistenzarzt der Neurologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab) des Universitätsklinikums Erlangen jetzt den mit 2.000 Euro dotierten Young Scientist Award 2016 des Kompetenznetzes Schlaganfall. Zusammen mit Erlanger Kollegen erstellte Dr. Kuramatsu eine Datenbank von Patienten mit Hirnblutungen. Die Ergebnisauswertung war bis dato nicht nur die weltweit größte Analyse von Hirnblutungspatienten unter dem Einfluss von Gerinnungsmedikamenten, sondern lieferte erstmals auch Ansätze für eine prophylaktische Behandlung.
Dr. Joji Kuramatsu Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Ein Schlaganfall ereignet sich infolge einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Fatale Schäden entstehen dadurch, dass die Nervenzellen nicht länger genügend Sauerstoff erhalten und beginnen abzusterben. In den meisten Fällen führt die Verstopfung eines zum Gehirn führenden Gefäßes zu dieser Unterversorgung und somit zu einem "Hirninfarkt". In rund 15 Prozent der Fälle tritt der Schlaganfall aber auch durch eine plötzliche Hirnblutung auf, wenn ein Gefäß platzt und sich Blut im Hirngewebe ergießt - dies stellt die schwerwiegendste Form des Schlaganfalls dar. Aufgrund des steigenden Drucks innerhalb der Schädelhöhle ist die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt und die Nervenzellen werden geschädigt. Häufig liegt die Ursache von Hirnblutungen in der Einnahme von Blutverdünnern.

Konkrete Therapieansätze

Unter der Leitung mehrerer Neurologen des Uni-Klinikums Erlangen entstand eine deutschlandweite multizentrische Studie, bei der die Daten von rund 1.200 Patienten aufgenommen und ausgewertet wurden, bei denen Hirnblutungen durch blutverdünnende Medikamente aufgetretenen waren. Die Ärzte konnten zum einen nachweisen, dass eine gestörte Gerinnung maßgeblich für das Auftreten von Nachblutungen nach einer initialen Hirnblutung verantwortlich ist. Zum anderen zeigten die Mediziner, dass ein Ausgleich der Blutgerinnung und eine strikte Blutdruckeinstellung innerhalb von vier Stunden nach der Krankenhausaufnahme die Sterblichkeit der Betroffenen reduziert. Zusätzlich konnten wichtige Fragestellungen der Langzeitbehandlung beantwortet werden.

Seine ausgezeichneten Studienergebnisse veröffentlichte Dr. Kuramatsu  unter dem Titel "Anticoagulant reversal, blood pressure levels, and anticoagulant resumption in patients with anticoagulation-related intracerebral hemorrhage" im Fachjournal JAMA, 2015; 313(8): 824-836.

Weitere Informationen:

Dr. Joji Kuramatsu
Telefon: 09131 85-33001
E-Mail: joji.kuramatsuatuk-erlangen.de

 

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